Die Bedingungen für den Arbeitsexport werden zunehmend strenger

Nachdem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zwei Jahre lang spürbar waren, haben viele internationale Märkte wieder damit begonnen, Arbeitskräfte aus Vietnam aufzunehmen. Angesichts der Gefahr einer weltweit hohen Inflation sind die Bedingungen für die Arbeitskräfteentsendung jedoch strenger geworden, insbesondere bei den traditionellen Zielmärkten.
 
Märkte wie Japan, Deutschland, Südkorea und Taiwan (China) haben ihre Grenzen schrittweise wieder geöffnet, wobei sie zunehmend strengere Bedingungen und höhere Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitskräfte stellen. Neben der Zusammenstellung der vollständigen Unterlagen müssen die Bewerber auch bestimmte Kriterien hinsichtlich Fremdsprachenkenntnissen, Verhalten und Infektionsschutz erfüllen.
 
Insbesondere Taiwan (China) wendet bei der Wiederöffnung ein Bewertungssystem an, um die Priorität der Einreise ausländischer Arbeitskräfte festzulegen; dabei werden der Covid-19-Impfstatus der Arbeitskräfte, die epidemiologische Lage im Herkunftsland sowie die Infektionsschutzmaßnahmen des Arbeitgebers berücksichtigt.
 
Ab März 2022 akzeptiert Japan – abhängig von der epidemiologischen Lage – wieder alle Antragsunterlagen. Vor der Einreise müssen Auszubildende die App „My SOS“ herunterladen, um sie bei der Abfertigung am Flughafen vorzuzeigen. Bei der Anmeldung zur Einreise nach Japan muss das aufnehmende Unternehmen eine Einreisegenehmigung beantragen und die Verantwortung für die Betreuung und Überwachung der Auszubildenden übernehmen.
 
Die japanischen Behörden ermöglichen die Online-Beantragung von Einreisegenehmigungen über das Gesundheits- und Einreisesystem. Nach der Einreise müssen die Auszubildenden einen Nachweis über ein negatives PCR-Testergebnis (nicht älter als 72 Stunden) vorlegen.
 
Auch Südkorea gestattet die Einreise von Arbeitskräften aus allen Herkunftsländern, sofern die dortigen Covid-19-Präventionsmaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt werden. Vorausgesetzt werden ein international anerkannter Nachweis, mindestens zwei Jahre Berufserfahrung sowie die Teilnahme an der Sozialversicherung. Alle Arbeitskräfte, die zur Erwerbstätigkeit nach Korea reisen, müssen eine Sicherheitsleistung (Kaution) hinterlegen; diese beträgt derzeit 100 Millionen VND.
 
Für das Jahr 2022 liegt das Gesamtziel für die Aufnahme ausländischer Arbeitskräfte im Rahmen des koreanischen EPS-Programms bei 59.000 Personen (ein Anstieg um 7.000 gegenüber 2021). Zudem haben die Arbeitskräfte die Möglichkeit, ihr Visum in das reguläre Arbeitsvisum der Kategorie E-9 umzuwandeln, das eine langfristige Beschäftigung in Korea ermöglicht.
 
Verantwortliche für die Arbeitskräfteentsendung berichten, dass die verbindliche Regelung von Schulungsmaßnahmen vor der Entsendung dazu beigetragen hat, in vielen Zielmärkten für vietnamesische Arbeitskräfte einen qualifizierten Arbeitskräftepool zu etablieren. Da sie die Anforderungen des internationalen Arbeitsmarktes – insbesondere hinsichtlich Disziplin und industrieller Arbeitsweise – erfüllen, werden vietnamesische Arbeitskräfte in den Aufnahmeländern von Arbeitgebern und zuständigen Stellen für ihren Fleiß, ihre Arbeitsamkeit, ihre schnelle Auffassungsgabe sowie für die Qualität und Produktivität ihrer Arbeit geschätzt.
 
Statistiken zufolge entsandte Vietnam im ersten Quartal 2022 fast 2.500 Arbeitskräfte auf der Grundlage von Arbeitsverträgen ins Ausland. Allein im März 2022 gingen 1.096 Arbeitskräfte ins Ausland, wobei die Hauptziele Japan, Taiwan (China), Singapur, Ungarn und China waren. Im Einzelnen verteilten sich die Arbeitskräfte wie folgt: Japan (612), Taiwan (439), Korea (336), Singapur (331), China (1.245), Ungarn (99), Russland (71), Polen (68), Rumänien (65) usw.

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